DFG project G:(GEPRIS)559564712

FOR 5985 Krankenhausassoziierte Infektionen – Aufklärung schützender und prädisponierender Faktoren zur Entwicklung neuartiger prophylaktischer Strategien (HAI)

CoordinatorProfessor Dr. Bastian Opitz
Grant period2026 -
Funding bodyDeutsche Forschungsgemeinschaft
 DFG
IdentifierG:(GEPRIS)559564712

Note: Nosokomiale Infektionen (engl. hospital-acquired infections, HAIs) sind häufige und potenziell vermeidbare Komplikationen von Krankenhausaufenthalten und betreffen in Europa jährlich Millionen Patienten. Besonders gefährdet sind intensivmedizinische Patienten, Personen mit vorheriger Antibiotikatherapie oder ältere Menschen. Trotz der Vielfalt an Erregern weisen HAIs gemeinsame pathophysiologische Merkmale auf, die sie von ambulant erworbenen Infektionen unterscheiden. Unsere zentrale Annahme ist, dass der funktionelle Zustand der Mikrobiota maßgeblich über Resistenz bzw. Anfälligkeit gegenüber den meisten HAIs bestimmt. Die Forschungsgruppe prüft drei Hypothesen: (i) Eine physiologische Mikrobiota wirkt im Zusammenspiel mit dem Immunsystem protektiv gegen Kolonisation und Infektion. (ii) Medizinische Interventionen, künstliche Ernährung und patientenabhängige Risikofaktoren können diese Schutzmechanismen beeinträchtigen. (iii) Prophylaktische Ansätze, die auf gestörte Mikrobiota und geschwächte Immunabwehr abzielen, besitzen das Potenzial, HAIs wirksam zu verhindern. Daraus ergeben sich drei Hauptziele: (1) Charakterisierung mikrobiota- und immunabhängiger Schutzmechanismen, (2) mechanistisches Verständnis prädisponierender Faktoren für Kolonisation und Infektionsprogression, (3) Entwicklung neuer Strategien zur Erhaltung oder Wiederherstellung mikrobiota-assoziierter Abwehrmechanismen. Der Fokus liegt auf dem Darm als primärem Erregerreservoir sowie auf Darm und Lunge als zentralen Infektionsorten. Untersucht werden exemplarisch Kolonisation und Infektion durch Klebsiella pneumoniae, Pseudomonas aeruginosa und Clostridioides difficile. Die Arbeiten stützen sich auf klinische Kohorten und komplementäre Mausmodelle zur Darmkolonisation, Kolitis sowie zur nosokomialen bzw. beatmungsassoziierten Pneumonie. Harmonisierte Multi-omics-Analysen (Einzelzell- und Mikrobiomsequenzierungen, Metabolomics), integrative Bioinformatik sowie Kultivierungs- und Isolatressourcen liefern mechanistische Einsichten und bilden die Grundlage für neue prophylaktische Strategien. Die zentrale Koordination bildet das Rückgrat der Forschungsgruppe und gewährleistet die Umsetzung der gemeinsamen Ziele sowie die enge Verzahnung aller Projekte. Sie steuert die administrative und wissenschaftliche Organisation, fördert den interdisziplinären Austausch, koordiniert Boards, Seminare und Retreats und sorgt gleichzeitig für Maßnahmen zur Förderung von Diversität, Chancengleichheit und Karriereentwicklung.
   

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 Record created 2026-10-07, last modified 2026-10-07



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