| Home > In process > Intra- und frühe postoperative Prädiktoren für postoperatives Delir in der Herzchirurgie: Ergebnisse der prospektiven FINDERI-Studie | Intraoperative and early postoperative predictors for postoperative delirium in cardiac surgery: results of the prospective FINDERI study |
| Journal Article | DZNE-2026-01061 |
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2026
Steinkopff
Darmstadt
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Please use a persistent id in citations: doi:10.1007/s00398-026-00775-9
Abstract: Postoperatives Delir (POD) ist eine häufige und klinisch hochrelevante Komplikation nach herzchirurgischen Eingriffen, die mit erhöhter Morbidität und Mortalität sowie verlängerten Aufenthalten auf der Intensivstation und im Krankenhaus assoziiert ist. Der Einfluss intra- und früher postoperativer Faktoren auf das Auftreten eines POD bei herzchirurgischen Patienten ist bislang nicht eindeutig geklärt. Ziel der prospektiven Beobachtungsstudie FINd DElirium RIsk factors (FINDERI) war es daher, diese Faktoren sowie ihre prädiktiven Werte systematisch zu untersuchen. Eingeschlossen wurden Patienten im Alter ≥ 50 Jahren mit Indikation für eine elektive herzchirurgische Operation, bei denen das POD mittels Confusion Assessment Method erfasst wurde. Zur Identifikation potentieller Prädiktoren kamen uni- und multivariable logistische Regressionsanalysen sowie Machine-Learning(ML)-Verfahren zum Einsatz. Von insgesamt 490 Patienten entwickelten 106 (21,6 %) ein POD. In der multivariablen Analyse zeigten sich höheres Alter, längere Operationsdauer, kombinierte Eingriffe, das Eröffnen von Herzhöhlen sowie eine verlängerte Beatmungsdauer als unabhängige Prädiktoren. Ein ML-basierter Entscheidungsbaum identifizierte insbesondere Beatmungsdauer und Aortenklemmzeit als zentrale Einflussgrößen, während in der LASSO-Regression zusätzlich die Gabe von Erythrozytenkonzentraten und der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine als relevante Prädiktoren bestimmt wurden. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die zentrale Bedeutung potentiell modifizierbarer perioperativer Risikofaktoren für die Entstehung eines POD. Insbesondere die Beatmungsdauer ist mit einem erhöhten POD-Risiko assoziiert und stellt einen potentiell relevanten Ansatzpunkt für zukünftige Interventionsstudien zur Senkung des POD-Risikos dar.
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